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Tageblatt vom 28.08.2008
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Gemeinsam gegen Gewalt eintreten

Samtgemeinde Fredenbeck bezieht Standpunkt

Gegen Gewalt: Hanne Rathjens, Karin Sueß und Samtgemeindebürgermeister Friedhelm Helk (von links).

Gegen Gewalt: Hanne Rathjens, Karin Sueß und Samtgemeindebürgermeister Friedhelm Helk (von links).

Fredenbeck (fre). Versteckte Gewalt sichtbar zu machen und sich dagegen auszusprechen – das ist Ziel der Aktion „Standpunkte gegen Gewalt“. Gleichstellungsbeauftragte der Samtgemeinde Fredenbeck Karin Sueß forderte im Fredenbecker Rathaus auf, ein Zeichen zu setzen.

Ratsmitglieder aus der Gemeinde und Menschen, die im Alltag mit Gewalt konfrontiert sind, hatten sich an diesem verregneten Dienstagabend Zeit genommen, um für die gute Sache einzustehen. Anlass dieser Zusammenkunft war eine Foto-Aktion in deren Rahmen sich Persönlichkeiten aus der Samtgemeinde Fredenbeck ablichten ließen, um mit ihrem Gesicht gegen Gewalt einzutreten.

Aus den Portraits entsteht eine Ausstellung, die es – wie bisher an anderen Orten im Landkreis auch – voraussichtlich im Oktober im örtlichen Rathaus zu sehen gibt.
Der Schwerpunkt des informativen Abends lag auf der Gewalt in Paarbeziehungen. Sozialpädagogin Hanne Rathjens von der Stader Beratungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt (BISS) wies vor allem auf die psychischen Folgen dieser Gewalt hin.
Unter der litten Studien zufolge wesentlich mehr Frauen als Männer. So habe bundesweit jede vierte Frau bereits Gewalt in einer Beziehung erlebt.

202 Fälle im Kreis
Im Landkreis Stade verzeichnete BISS allein im Jahr 2007 202 Fälle häuslicher Gewalt. „Die Dunkelziffer ist aber recht hoch“, so Rathjens. Schließlich habe nicht jede betroffene Frau den Mut, sich Hilfe zu suchen: „Viele der Opfer fühlen sich schuldig“. Außerdem hofften sie, dass es bei einmaligen Beschimpfungen oder einer Ohrfeige bleibt. Das sei aber meistens nicht der Fall: Die Frauen unterlägen einem „schleichenden Prozess“, aus dem sie nur mit Hilfe von außen ausbrechen könnten.

Information
Die Beratungsstelle BISS ist Anlaufstelle für alle, die unter häuslicher Gewalt leiden. Hanne Rathjens und ihre Kollegin beraten rechtlich und betreuen Opfer langfristig. Telefon 0 41 41 / 53 44 15
.

© Zeitungsverlag Krause GmbH & Co. KG

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