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Tageblatt vom 16.11.2006
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In zehn Sprachen haben die Dolmetscher der Awo-Migrationsberatung den Flyer zu Häuslichen Gewalt übersetzt. Von links unten: Zeinab Kazzaz, Viviane Kalkuhl, Maria Frolow, Shirin Kalhori, Dilsah Durmus und Blerim Delijaj. Daneben Gaby Siedentopf (Awo), Gabi Schnackenberg (Biss) und Gleichstellungsbeauftragte Anne Behrends. Foto: Helfferich

In zehn Sprachen haben die Dolmetscher der Awo-Migrationsberatung den Flyer zu Häuslichen Gewalt übersetzt. Von links unten: Zeinab Kazzaz, Viviane Kalkuhl, Maria Frolow, Shirin Kalhori, Dilsah Durmus und Blerim Delijaj. Daneben Gaby Siedentopf (Awo), Gabi Schnackenberg (Biss) und Gleichstellungsbeauftragte Anne Behrends. Foto: Helfferich

Gewalt hat viele Sprachen

Ratgeber wird übersetzt

Kreis Stade (sh). Häusliche Gewalt kommt in allen sozialen Schichten und in allen Kulturen vor. In gemeinsamer Initiative der Kreis-Frauenbeauftragten, der Beratungs- und Interventionsstelle „Biss“ sowie der Awo-Ausländerberatung erscheint jetzt in mehreren Sprachen ein Ratgeber zum Thema häusliche Gewalt.

In zehn Sprachen wird der Flyer des Netzwerkes Häusliche Gewalt übersetzt – ins Französische, Albanische, Serbo-kroatische, Türkische, Arabische, Tamilische, Englische, Persische, Russische und Polnische. Sechs weitere Sprachen sind geplant. Die Übersetzung leisten Dolmetscher der Awo-Ausländerberatung ehrenamtlich.

Die Broschüre soll Migrantinnen über das Gewaltschutzgesetz informieren, das seit 2002 in Kraft ist. Nach dem Gesetz können Opfer häuslicher Gewalt unmittelbar durch Platzverweise oder Gewahrsamnahme der Täter geschützt werden. Hilfe und Beratung finden die Opfer unter anderem bei der Beratungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt (Biss).

Im Landkreis Stade beschäftigt sich seit gut fünf Jahren ein Netzwerk von gut 30 Kooperationpartnern mit dem Thema. „Als wir über die Situation von Migrantinnen sprachen, hatten wir festgestellt, dass es in erster Linie ein sprachliches Problem ist, sie über das neue Gesetz zu informieren“, so Gleichstellungsbeauftragte Anne Behrends. Da die Migrationsberatung mit im Netzwerk sitzt und über Übersetzer verfügt, wurde die Idee schnell umgesetzt.

Jetzt muss die Broschüre unter die Frauen gebracht werden. Da sieht die Libanesin Zeinab Kazzaz Probleme: „Viele Frauen können nicht lesen.“ Gaby Siedentopf von der Awo weiß um kulturelle Hürden: „Für viele Migrantinnen ist es viel schwerer, aus der Ehe auszubrechen, zumal der Aufenthaltsstatus oft nicht geklärt ist.“ Gabi Schnackenberg von der Biss-Beratung setzt auf den Zusammenhalt unter den Frauen.

Der Flyer kann über die Biss-Beratung Telefon 0 41 41 / 53 44 15 angefordert werden.

© Zeitungsverlag Krause GmbH & Co. KG

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